131. DV des AMV

Mehr als 300 Teilnehmer an der 131. DV des Verbandes

Im schönen Wakkerstädtchen Laufenburg fand die 131. Delegiertenversammlung des Aargauischen Musikverbandes statt. Bei bester Bewirtung durch die Stadtmusik Laufenburg, gut vorbereiteten und speditiv durchgeführten Traktanden erlebten die gut 300 Anwesenden eine beinahe schon kurzweilige Versammlung.

Kantonalpräsident Kurt Obrist konnte zur 131. Delegiertenversammlung 157 von insgesamt 178 Vereinen in der Stadthalle Laufenburg begrüssen, lediglich ein Verein blieb der Versammlung unentschuldigt fern. Traurig nahm der Kantonalpräsident zur Kenntnis, dass im vergangenen Jahr 3 Vereine die Tätigkeit einstellen mussten.

Zur musikalischen Eröffnung spielte die Stadtmusik Laufenburg unter der Leitung von Martin Burgunder. Präsident Michael Vögeli begrüsste die Delegierten im Namen des Organisators. In seinem kurzen Grusswort unterstrich er unter anderem die grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit den deutschen Blasmusikkollegen aus dem badischen Laufenburg ennet des Rheins. Es könne vorkommen, dass an der Bundesfeier mehr deutsche Staatsangehörige als Schweizer die Nationalhymne spielen. Vorstandsmitglied und Veteranenchef Giuseppe di Simone gedachte in ehrenden Worten den Verstorbenen des vergangenen Jahres. Unter musikalischer Begleitung der Stadtmusik wurden die Namen der Kameraden verlesen und den Verstorbenen gedacht.

Als Entsandter der Aargauer Regierung überbrachte der Kulturchef im Departement Bildung, Kultur und Sport, Dr. Thomas Pauli, die besten Grüsse der Regierung. Er würdigte den Einsatz des Blasmusikwesens und überbrachten ein Geschenk, dass der Regierungsrat bereits im Sommer geschnürt hatte. Alle freiwilligen «Kulturtäter» geniessen ab 1. April 2018 in den mehr als 50 Aargauer Museen freien Eintritt.

Die üblichen Traktanden gingen speditiv über die Bühne. Protokoll, Jahresberichte, Jahresrechnung und Voranschlag wurden diskussionslos genehmigt. Der Kassierin Christina Brunner wurde von den Revisoren einwandfreie und sorgfältige Geschäftserledigung attestiert. Dank sorgsamem Umgang mit den Mitteln kann der Jahresbeitrag unverändert bei 10 Franken pro Mitglied belassen werden. Als Busse für untenschuldigtes Fernbleiben an der Delegiertenversammlung wurden wiederum 100 Franken zu Gunsten der Jugendmusik festgelegt. Dem Vorstand ist es ein grosses Anliegen die Teilnahme an der Versammlung ernst zu nehmen. Mindestens eine Entschuldigung sollte möglich sein. An einer Klausur machte man sich Gedanken zur Optimierung der Delegiertenversammlung und es wurde eine Arbeitsgruppe dazu gegründet.

Kurt Obrist, Kantonalpräsident, darf über 300 Personen in Laufenburg begrüssen

Zwei Länder eine Stadt

Zur Auflockerung nach dem zahlenlastigen Block übertrachte der Stadtammann von Laufenburg Herbert Weiss die Grüsse des Gastgeberstädtchens und überraschte mit interessanten Fakten. Auch wenn die beiden Laufenburg zu verschiedenen Ländern gehören, wird das Miteinander hochgehalten. Insgesamt rund 13000 Einwohner leben in Laufenburg, davon rund 3600 in der Schweiz. Die Trennung fand durch Napoleon statt, der den Rhein als Grenze definierte. Laufenburg war sogar ein halbes Jahr Hauptstadt des Kantons Fricktal. Die namensgebenden Laufen, welche fast mit dem Rheinfall vergleichbar waren, fielen dem ersten europäischen Wasserkraftwerk, welches quer zur Flussrichtung errichtet wurde, zum Opfer. Seit 1972 steht die Altstadt unter Denkmalschutz und 1985 durfte der Wakker-Preis dafür entgegengenommen werden.

Zurück bei den traktandierten Geschäften stand eine Statutenänderung an. Um zukünftige Abstimmungen transparenter zu gestalten wurde beschlossen, dass neu das Mehr der abgegebenen Stimmen und nicht mehr das absolute Mehr der anwesenden Delegierten gelten soll. Die Änderung wurde diskussionslos mit grossem Mehr angenommen.

Ehrenmitglied und Alt-Ständerätin Christine Egerszegi informierte über den aktuellen Stand von Jugend und Musik. Seit 1. Januar 2017 nimmt das Projekt Fahrt auf. Gegen 200 Gesuche wurden gutgeheissen, 100 davon für Lager. Unter anderem auch das Jugendmusiklager des AMV. Die 6 Tage dauernde Ausbildung zum Leiter «Jugend und Musik» können Musikstudenten, aber auch erfahrene Jugendmusikleiter machen. Jugend und Musik sei zwar noch nicht so breit abgestützt, wie Jugend und Sport, es wird aber immer wichtiger, da Musik mit dem Lehrplan 21 aus der Grundausbildung der Lehrer ausgeklammert wurde. Musik muss man spüren von A-Z, nicht nur theoretisch.

Ohren auf!

Der Kantonalvorstand stellt mit Freude fest, dass das OK hervorragende Arbeit leistet, meinte Kurt Obrist und übergab das Wort Walter Marbot, seines Zeichens OK-Präsident des kantonalen Musikfestes, das 2018 eben hier in Laufenburg an den Wochenenden vom 22. bis 24. Juni und 29. Juni bis 1. Juli stattfinden wird. Erfreulicherweise sind 127 Vereine definitiv angemeldet. Walter Marbot präsentierte die Sponsoren und das attraktive, reichhaltige Unterhaltungsprogramm, welches mit einem Konzert der international bekannten Formation Mnozil Brass seinen Höhepunkt findet. Das Fest mit äusserst kurzen Wegen soll Möglichkeit geben Musik zu erleben, zu feiern und zu geniessen.

Walter Marbot, seines Zeichens OK-Präsident Kant. Musikfest 2018

Die Vorstandsmitglieder informierten aus ihren Ressorts. Michèle Peter, Vizepräsidentin AMV und Präsidentin von Jugendmusik Aargau, streicht das Jugendmusik-Lager auf dem Herzberg, aber auch die neugegründete Junge Bläserphilharmonie Aargau hinaus. Im Jahr 2017 haben die Kommissionsmitglieder begonnen, in allen Jugendmusiken des Kantons vorbeizuschauen, um sich einen Überblick über Sorgen und Probleme der Jugendmusiken zu machen. Die Auswertung daraus wird publiziert, sobald die Besuche abgeschlossen sind. Bereits im kommenden Jahr findet die Junge bläserphilharmonie ihre Fortsetzung, ein Lager ist bereits wieder im Herbst 2019 geplant und für die Jahre 2019 und 2020 haben sich bereits Organisatoren für Jugendmusiktage gefunden.

Karin Wäfler orientierte eindrücklich aus der Musikkommission. Sie animierte spontan die Versammlungsteilnehmer zum Dirigieren und Singen und zeigte so auf, wie wichtig es ist, Nachwuchs für Dirigenten zu haben. Vor allem die unterklassigen Vereine haben Mühe einen Dirigenten zu finden. Das reichhaltige Kursprogramm wird teilweise leider zu wenig benutzt. Ein spannendes Projekt stelle Tobias Zwicky vor. Es wird ein dirigentenloser Verein gesucht, der gewillt ist mit 6 interessierten Jungdirigenten ein Projektkonzert auf die Beine zu stellen.

André Keller informiert aus dem Resort Kommunikation. Im 2018 soll einiges passieren. Neben den gewohnten Aktivitäten, wie Aargauer Musikant, Website, Newsletter, SocialMedia-Posts sollen zwei Projekte für Aufsehen sorgen. Am 5. Mai werden unter «#BlasmusikAargau goes live an together» möglichst viele Verbandsvereine mit einem Ständchen in ihren Dörfern und über Livestream um 10:30 Uhr gemeinsam musizieren. Am Musikfest ist ein Videostudio und weitere Aktivitäten geplant. So soll die Marke #BlasmusikAargau weitergetragen werden. Als Give Away wurden Brillenputztücher zusammen mit den Musikfestorganisatoren erstellt, welche jeder Verein unter die Leute bringen soll. Stolz verkündete er neue AMV-Partnerschaften mit Musikpunkt und Kromer Print in Lenzburg.

Kurt Obrist bemerkte zum Abschluss des Informationsreigens, dass in seinem Team Top-Arbeit geleistet werde!

Zum Schluss der Veranstaltung überbrachte Oberleutnant Konrad Strotz die Grüsse des Militärspiels. Er nutzte Gelegenheit ein paar Neuerungen der Schweizerischen Militärmusik bekannt zu machen. Gleich bleiben die Standorte Aarau und Bern und pro Jahr finden zwei Fachprüfungstermine statt. Ändern wird sich das System Rekrutenschule. Es gibt nur noch zwei Starts pro Jahr und sie dauert nur noch 18 Wochen. Erfreulicherweise haben 13 Aargauer haben die Fachprüfung für das Militärspiel bestanden.

Vom Schweizerischen Blasmusikverband überbrachte Hans Seeberger die besten Grüsse. In schönstem Lötschentalerdialekt stellte er fest, dass der Aargau ein Vorbild für viele Blasmusikverbände ist. Er sei beeindruckt von der Innovationskraft des AMV. Es brauche engagierte und initiative Menschen an Spitze der Vereine. Er rief auf dran zu bleiben! Rückschläge gebe es immer wieder. Die jungen Leute kommen nicht von selber, die muss man holen. Die Vereine, die sich am besten verkaufen, gehören zu den Gewinnern. Blasmusik ist ein sehr gutes und tolles Produkt, sie braucht sich nicht zu verstecken.

Traditionsgemäss folgen zum Schluss der Delegiertenversammlung die Ehrungen. Für 5 Jahre aktive Mitwirkung im Vorstand wurden Michèle Peter, Christina Brunner und André Keller und in der Musikkommission Tobias Zwicky, Markus Steimen und Sandro Oldani mit der Ehrennadel des AMV geehrt werden.

Das Redaktionsteam musste sich nach 10 Jahren Mitwirkung von ihrem Mitglied Elisabeth Friedli verabschieden. Als «Layouterin» des Aargauer Musikanten hat sie viel zum Erscheinungsbild des AMV beigetragen. Ebenfalls verabschiedet wurde Anita Spillmann, welche über viele Jahre das Vereinscoaching und Forum Direktion leitete und David Eiermann, der aus der Kommission Jugendmusik Aargau ausgetreten ist. Die beiden letztgenannten mussten sich für die DV entschuldigen; die Geschenke werden später überreicht.

Exakt drei Stunden nach Beginn konnte Präsident Obrist die 131. Delegiertenversammlung schliessen und die Teilnehmer zum Apéro und anschliessenden Essen einladen. Die 132. Versammlung wird am 1. Dezember 2018 in Lengnau seine Austragung finden.

(Red./TKA)

Alt-Ständerätin und AMV-Ehrenmitglied Christine Egerszegi informiert über "Jugend und Musik"
Dr. Pauli überbringt Grüsse vom Regierungsrat und BKS

André Keller

andre.keller@aarg-musikverband.ch

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