Delegiertenversammlung Aargauischer Musikverband

In der Mehrzweckhalle Brittnau fand am 7. Dezember die 133. Delegiertenversammlung des Aargauischen Musikverband statt. Präsident Kurt Obrist führte souverän und speditiv durch die äusserst harmonische Versammlung.

«Wir sind zusammengekommen, um in die Zukunft zu schauen, aber auch um Rechenschaft über die Vergangenheit abzulegen». Präsident Kurt Obrist eröffnete nach dem Konzert der MG Brittnau unter der Leitung von Christoph Remensberger pünktlich die Versammlung. Er durfte zahlreichen Ehrengäste willkommen heissen und bedankte sich bei der MG Brittnau für den Einsatz und für das Gastrecht. Präsident Beat Waldmeier begrüsste die Anwesenden im Namen der organisierenden Musikgesellschaft, welche in diesem Jahr ihr 125. Jubiläum feiern durfte, weshalb sie sich auch für die Durchführung quasi als Schlusspunkt des Jubiläumsjahrs beworben hatte. Er liess kurz das erfolgreiche Jubiläumsjahr revuepassieren und bedankte sich bei der Gemeinde für den offerierten Apéro für die Delegierten.

MG Brittnau mit Dirigent Christoph Remensberger
Beat Waldmeier, Präsident MG Brittnau

Es folgte die Ehrung der Verstorbenen des vergangenen Verbandsjahres durch Veteranenchef Giuseppe Di Simone. Unter musikalischer Begleitung der MG Brittnau verlass er die Namen derer, die leider nicht mehr unter uns sind und die Versammlung gedachte den Verstorbenen mit einer Schweigeminute. Mit dem Marsch Schwyzer Soldaten verabschiedete sich die MG Brittnau von der Bühne.

Vorstandsmitglied Giuseppe Di Simone

André Keller führte die Wahl der Stimmenzähler durch und verkündete die wahltechnisch relevanten Zahlen. 147 Vereine waren durch 255 Delegierte vertreten, das allfällig nötige absolute Mehr lag bei 128 Stimmen. Neben 26 Entschuldigungen hat es leider ein Verein nicht geschafft rechtzeitig eine Entschuldigung einzureichen. Der Bestand des Aargauischen Musikverbandes umfasst aktuell 154 Vereine, zwei weniger als im Vorjahr. Die Zahl der 20 Jugendspiele blieb erfreulicherweise unverändert. 4472 Musikantinnen und Musikanten sind gemeldet.

Das Protokoll wird ohne Wortmeldung einstimmig gutgeheissen und Kurt Obrist bedankt sich bei Verbandssekretärin Patricia Erhard für die tadellose Arbeit. Die Jahresberichte werden ebenfalls ohne Wortmeldung genehmigt. Der Präsident bedankt sich bei dieser Gelegenheit bei den Kolleginnen und Kollegen des Kantonalvorstandes. Er könne sich auf alle verlassen und definitiv niemand habe zu wenig Arbeit.

Wie immer ruhig und souveräner Tagungsleiter: Kantonalpräsident Kurt Obrist

Die Grussworte der Gastgebergemeinde überbrachte Vizeammann Christoph Tschupp. Er wies vor allem darauf hin, dass das Dorf im oberen Wiggertal eine sehr musikalische Tradition hat. Gleich zwei Vereine feiern stattliche Jubiläen, neben der erwähnten Musikgesellschaft auch das 80jährige Akkordeonorchester.

Die Jahresrechnung wurde präsentiert durch Kassierin Christina Brunner. Erfreulich der positive Abschluss im Bereich Ausbildung. Die Rechnung zeigte aber trotzdem ein leichtes Minus. Rechnungsrevisorin Monika Bur attestiert der Kassierin und dem Vorstand einwandfreie Rechnungsführung. Dem Antrag auf Genehmigung wir einstimmig Folge geleistet. Die Jahresbeiträge sollen unverändert bleiben. Der Präsident verspricht sorgsam mit Geldern umzugehen, weisst aber auch darauf hin, dass Kosten von Verbandsvereinen wie Bussen für zu spät erledigte Suisa-Meldungen weiterverrechnet werden. Das Budget, welches vor allem durch die im kommenden Jahr durch den AMV organisierte Delegiertenversammlung des Schweizerischen Blasmusikverbandes in Lenzburg belastetet ist, wurde ebenfalls genehmigt.

Die Finanzen werden von Christina Brunner geführt


Ein äusserst gut aufgelegter Oberst Philipp Wagner überbrachte die Grüsse der Militärmusik. Er bedankt sich für die angenehme Zusammenarbeit und berichtet über Aktualitäten aus der Militärmusik und die Bemühungen das Musizieren auch auf dieser Ebene zu stärken. Auf 90 Rekruten waren nur 2 nicht Mitglied eines Blasmusikvereins. Der Verein ist also immer noch sehr hoch im Kurs. Als Ausblick auf nächstes Jahr feiert die Militärmusik in ihrer aktuellen Organisation 25 Jahre. Es sind verschiedene Aktionen der Militärorchester geplant. Unter anderem sollen am Basel Tattoo an einem Abend sämtliche Spiele auftreten.

Am Morgen an der DV des AMV, am Nachmittag im Thurgau: Oberst Philipp Wagner


Michèle Peter, Präsidentin Jugendmusik Aargau, berichtete über aktuelle Projekte. So werden Crossoverprojekte, also Anlässe, welche die Zusammenarbeit von Jugend- und Erwachsenenvereinen fördern, unterstützt. Beiträge an Teilnehmer nationaler Lager können gesprochen werden. Ein Highlight im kommenden Jahr ist sicherlich der Jugendmusiktag in Schneisingen, welcher idealerweise mit dem Tag der Musik vom 21. Juni zusammenfällt. Das Projekt One Day, One Band, One Concert (neu ONE genannt) wird am 25. Oktober in Lauffohr stattfinden.

Die Jugendmusik Aargau-Präsidentin Michèle Peter informiert über die spannenden Jugendmusik-Aktivitäten

Musikkommissionsmitglied Markus Steimen informierte über das geplante vielfältige Kursprogramm. Er stellt eine erfreuliche Entwicklung bei Workshops fest. Das erste Mal mussten zwei Kurse doppelt angeboten werden. Neben Workshops sollen auch wieder Dirigentenkurse angeboten werden.

Simon Betschmann beleuchte das Thema Musiktage und Musikfeste. Es sieht schlecht aus mit Musiktagen in den nächsten Jahren. Organisatoren von Musiktagen für kommende Jahre sind dringend gesucht. Ebenfalls endet die Anmeldefrist für das nächste Kantonale Musikfest 2023 Ende Mai. Zum Abschluss wies er nochmals auf das SBV-Tool hin; ein wichtiges Instrument mit vielen Vorteilen für Vereine.

Zur Kommunikation nahm der Ressortleiter André Keller Stellung. Er blickt zurück auf einen erfolgreichen Anlass #WirsindBlasmusikAargau vom 24. August im Reisezentrum Windisch. Ebenso das Podiumsgespräch zum Thema «Nachwuchs und Zukunft» der Vereine hat einige Themen und Fragen aufgezeigt, welche nun in einer Arbeitsgruppe weiterbearbeitet werden. Er schloss mit einem Aufruf für Berichte in Aargauer Musikant, der damit noch attraktiver gestaltet werden kann.

André Keller, Ressort Kommunikation: "Positive Kommunikation ist so einfach: ein Lächeln am Instrument vermittelt die Freude am Blasmusizieren"

Mutationen in Vorstand und Musikkommission

An der internen Klausur hat Vorstand beschlossen denMitgliederbestand im Vorstand zu erweitern. Gemäss Statuten besteht der Vorstand aus Präsident und 6 bis 9 Vorstandsmitglieder. In der Person von Thomas Suter wurde ein Kandidat gefunden, der zur Wahl vorgeschlagen wurde. Dergelernte Kaminfeger ist Posaunist in der MG Dürrenäsch, bei Brass Band Imperial Lenzburg. Mit grossem Mehr wurde er gewählt und nahm die Wahl an.

Thomas Suter wird neu in den Vorstand des AMV gewählt

Leider ist auch ein Austritt aus der Musikkommission zu verzeichnen. Marcel Hunn will nach zwanzig Jahren etwas kürzertreten, steht dem Verband aber für Vereinscoaching verdankenswerterweise weiterhin zur Verfügung. Der Träger der Ehrennadel und Ehrenmitglied des AMV wurde unter grossem Applaus mit einem Geschenk vom Verbandspräsidenten verabschiedet.

Marcel Hunn, 1999–2019 in der MUKO AMV

Kurz vor Schluss der Versammlung erhielt Bernhard Lippuner, Vorstandsmitglied des SBV, das Wort. Er lobte den Verband für die vielen Angebote und Aktivitäten, kaum ein anderer Verband sei so aktiv und initiativ wie der Aargauer Verband. Der SBV selber ist in Vorbereitung der Delegiertenversammlung 2020 in Lenzburg. Eine wichtige Versammlung, da es Wahlen geben wird, nachdem Präsident Valentin Bischof seinen Rücktritt erklärt hat. Aktuell werden zwei Bewerber in Hearings geprüft. In zwei Jahren werden aufgrund der neu eingeführten Amtszeitbeschränkung vier weitere Verbandsmitglieder ausscheiden. Er wies auf die aktuell laufenden Projekte zur Förderung des tiefen Blechs hin, aber auch auf das musikalische Flaggschiff, der Prix Musique. 2019 fand die Vorrunde in Aarau und der Final in Burgdorf mit toller Musik statt. Weiter sind die Vorbereitungen für das eidg. Musikfest in Interlaken auf Hochtouren am Laufen. Er bedankte sich im speziellen bei Simon Betschmann für die phänomenale Unterstützung bei der Entwicklung des SBV-Tools. Weiter wies auch er darauf hin, dass Informationen der Verbände doch beachtet werden sollen und an die entsprechenden Verantwortlichen weitergeleitet werden.

Bernhard Lippuner, Vorstand SBV, orientiert über das Geschehen im Mutterverband

Das OK des Musiktags Oberrüti stellte sich kurz vor und stellte eine Verlängerung der Anmeldefrist bis kurz vor Weihnachten in Aussicht. Auch der Jugendmusiktag in Schneisingen drehte die Werbetrommel für ein tolles Fest und hofft auf möglichst viele Jugendorchester. Kurt Obrist schloss die Versammlung mit dem Dank an alle, die sich für unser schönes Hobby Blasmusik eingesetzt haben und dies auch weiterhin tun und wünschte allen eine besinnliche Adventszeit.

Vorstand, Muko, Fähnrich, Sekretärin.
oben: v.l.n.r.: Ludwig Dünner (Fähnrich), Tobias Zwicky und Markus Steimen (MUKO), Giuseppe Di Simone (Vorstand), Marcel Hunn (scheidendes MUKO-Mitglied)
unten v.l.n.r.: André Keller, Simon Betschmann, Christina Brunner (Vorstand), Sandro Oldani (MUKO), Kurt Obrist und Michèle Peter (Vorstand), Patricia Erhard (Sekretariat)
(Es fehlen Urban Bauknecht, Vorstand und Karin Wäfler, Kurs-Chefin/MUKO)

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